Wie kann eine heterogene Gruppe von Jugendlichen und Erwachsenen mit unterschiedlichen musikalischen Voraussetzungen zusammen musizieren ?

Musik als Bereicherung

Die drei Grundelemente der Musik – Rhythmus, Harmonie, Melodie - in der Klassik noch untrennbar verbunden, sind im 20.Jh. auseinandergedriftet. Heute erscheinen sie in der zeitgenössischen Musik separat. Es gibt Kompositionen, die rein rhythmisch oder nur harmonisch (klanglich) gehalten sind. Ebenso können wir heute Melodien hören, die frei tonal und ohne ein festes Metrum sich bewegen.

Ausgehend von diesen Freiheiten in der Musik unserer Zeit, lässt es sich relativ einfach bewerkstelligen, mit heterogenen Gruppen aus dem Moment heraus Musik enstehen zu lassen. Klanginstrumente, perkussive Instrumente, Melodieinstrumente, Zupfinstrumente, die sich leicht bedienen lassen, können alle eingesetzt werden. Ebenso natürlich die Stimme, sprechend oder singend. Mit diesen Instrumenten zu kommunizieren in Form von Dialogen, setzt voraus, dass wir bereit sind unsere alten Hörgewohnheiten und Erwartungen zurückzulassen. Töne weitergeben, Klänge verdichten und wieder auflösen, Stille entsehen lassen, Melodieketten aufbauen, Frage - Antwort etc.

Zahlreiche Übungen enstehen erst im Prozess durch Vorschläge der TeilnehmerInnen. Die Freude am Tun und Erfinden von Neuem ist die Voraussetzung für das Entstehen einer musikalischen Kreation, die es zuvor in dieser Form noch nicht gegeben hat. Eine Errungenschaft unserer Zeit, die außerdem durch unterschiedliche Nationalitäten der Ausübenden eine Berreicherung erfährt.

Bernhard Rißmann

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